Category Archives: Stevi+Sarah

Refugeeum Büro

Erst hatten wir gedacht wir unterstützen eine Familie, allerdings eine grosse:)
Aber die Not hört ja nicht auf, und wir haben beim ersten Mal soviel gelernt.

Wir unterstützen jetzt also zwei Familien. Die eine kommt aus Afghanistan und
die andere aus Syrien. Beide Familien haben viele Kinder, kochen für ihr Leben gern,
sind freundlich, neugierig und haben immer ein offenes Haus. Mit beiden Familien trinken
wir viel Chai, die eine trinkt ihn rabenschwarz mit viel Zucker, die andere hauchzart ohne Zucker.Teetrinken verbindet.

Eine dritte Familie aus Syrien lernten wir vor wenigen Wochen kennen,
beim Einkaufen im Supermarkt. Und gleich vier Wochen später war ich, Sarah bei der Geburt ihres sechsten Kindes dabei und durfte die Nabelschnur durchtrennen. Das verbindet.

Ein Jahr begleiteten wir eine Familie aus Albanien, die leider wieder zurück geschickt wurde. Jetzt lebt die Familie wieder unter furchtbaren Umständen in ihrem Heimatland. Wir haben es mit eigenen Augen gesehen und überlegen, was wir vor Ort tun können, um dieser Not die Stirn zu bieten.

Man verliert schnell den Überblick bei sovielen verschiedenen Menschen und Situationen.
Es gibt viel Papierkrams, Telefonate und Emails zu erledigen, es braucht Helfer, Mitdenker und
Pläneschmieder und deshalb sind wir echt froh über unser frischgestrichenes Refugeeum Büro
im alten Gasthaus Röhrsdorf.buero

Kommt dort gerne zum Chai oder Kaffee vorbei am besten mit Termin per mail an: sarah@refugeeum.org
Auch Sach und Kleider-Spenden können hier abgegeben werden.

Frohe Herbsttage! LOVE Sarah

Auf der Flucht

Es gibt soviele unfassbare Geschichten zu erzählen. Es gibt viele Gründe, die Flüchtlinge zwingen, ihre Heimat zu verlassen. Unsere drei syrischen Mütter wurden von Josie Le Blond für UNHRC interviewt. Zusammen mit ihren Kindern wagten sie, nachdem der Krieg ihnen alles genommen hatte, die gefährliche Flucht nach Deutschland. Wir freuen uns sehr, dass ihre Geschichte Gehör findet! (Veröffentlichung in Kürze). Gerade jetzt müssen wir mehr denn je zusammenstehen. josie und Team

“ Heimat ist unerlässlich, aber sie ist nicht an Ländereien gebunden.
Heimat ist der Mensch, dessen Wesen wir vernehmen und erreichen. “
Max Frisch

Albanien

Wir haben uns auf den Weg nach Albanien gemacht, um unsere Freunde wiederzusehen, die leider nicht in Deutschland bleiben durften, obwohl sie sich prima integriert hatten, es war ein wunderschönes Wiedersehen und es war sehr traurig zu sehen, wie sie jetzt leben. In den nächsten Tagen schreibe ich mehr darüber, nachdem ich meine Gedanken und Eindrücke ein wenig sortiert habe…
Bis bald! Sarah

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Wachsen

Wir freuen uns im Jahresbericht der UNO-Flüchtlingshilfe erwähnt zu sein!
Es ist gut, wenn wir als Refugeeum mehr Aufmerksamkeit finden, damit unsere Arbeit wachsen kann.
Stevie und Declan aus unserem Team haben vor ein paar Tagen zum Thema:“ UngeWohnt. Grenzen überwinden beim Wohnen“ in der JohannStadthalle/Dresden, zusammen mit anderen kleinen Organisationen, die sich für Geflüchtete stark machen unsere Arbeit vorgestellt und freuen sich über weitere Einladungen dieser Art.
Ausserdem proben Declan Galbraith und Sarah Brendel gerade für Refugeeum-Sommer-Strassen-Konzerte rund um Dresden, mit gemeinsamen Songs, Fairtrade Kaffee, Infotisch und Gesprächen über gelebte Integration.

Wer hat Lust ein Praktikum bei uns zu machen, unsere Flüchtlingsfamilien zu besuchen, aktiv mitzuhelfen, social media Arbeit u.v.m? Bitte schreibt an: Stevi+Sarah

Schönes Wochenende!
Gegenseitige Hilfe macht selbst arme Leute reich.
(Aus China)

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Grosses Anliegen

Wir brauchen Unterstützung!

Um das Gasthaus, indem wir eine grosse Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan berherbergen am Leben zu erhalten, brauchen wir Geld, damit wir die bevorstehenden Monatsmieten und Nebenkosten bewältigen können. Seit 8 Monaten bezahlen wir die Mieten privat und mit Hilfe von Spendern. Für genaueres Hintergrundwissen schreibt uns gerne: Stevi+Sarah

Wer gleich spenden möchte: Paypal Konto

DANKE! Stevi, Sarah und die Freunde vom Refugeeum

P.S Das Refugeeum ist jetzt auch bei Facebook

Familie aus Syrien

Das war ein aufregender Tag!
Nun ist sie tatsächlich da, eine grosse Familie aus der Nähe von Damaskus.
Vor vier Wochen kam sie nach Deutschland, weil der Krieg zu schlimm war.
Die Väter (die Familie besteht aus drei Frauen mit einem 15 jährigen Sohn und 7 kleinen Kindern)
sind von ihrer Familie getrennt und in Flüchtlingscamps in München und Düsseldorf untergebracht.
Mit Obst, Blumen und Zitronenkuchen konnten Stevi und ich die vielen Menschen in
ihrem schönen, neuen Domizil Willkommen heissen. Yeah! People Welcome!
Es gab allerhand Praktisches zu klären, wie Toaster, Herd und Waschmaschine funktionieren, wer in
welchem Zimmer schläft, ein Grosseinkauf zum Supermarkt wurde unternommen, der Weg zum Bus erklärt.
Nummern ausgetauscht und alles fühlte sich ziemlich schnell nach Familie an.
Die Jungs aus dem Haus nebenan kickten ihren Fussball rüber zu unseren Syrischen Kids in den grossen Garten
und dann spielten alle gemeinsam. Beim Tschüss sagen drückte mich der kleine Ammar und fragte: Kommst Du morgen wieder?
 
Diese Kinder haben schlimme Dinge gesehen und gehört, sie brauchen ganz besonders unsere Aufmerksamkeit und Geborgenheit.
(Jedes dritte syrische Kind kennt laut eines aktuellen UNICEF-Berichts nur Krieg und Flüchtlingsleben. Danach wurden seit Beginn des Syrien Konflikts vor fünf Jahren rund 3,7 Millionen Mädchen und Jungen geboren – das ist jedes dritte syrische Kind.)
Für jede Hilfe sind wir froh!
Aber jetzt erstmal ankommen.
 
Gute Nacht. Sarah et Stevie

Neuanfang

Danke قلب

Wir wollen uns ausdrücklich und von Herzen bei allen bedanken, die uns in den letzten Monaten immer wieder mit kleinen und auch grösseren Geldspenden beglückt haben. Ihr bewirkt viel Gutes! Ein Grossteil des Geldes haben wir in die Miete und Nebenkosten des Gasthauses gesteckt, indem unsere mittlerweile 10 Köpfige Afghanische Familie lebt. Das jüngste Geschwisterchen ist am Freitag zur Welt gekommen.

Weiterhin sind wir sehr dankbar für Unterstützung, damit wir die nächsten Mieten für das Gasthaus stemmen können.

Keep the faith, Sarah+Stevi

Eine Wohnung in Albanien

Unserer Afghanischen Familie geht es sehr gut, die grossen Mädels besuchen fleissig die Schule und können schon richtig gut Deutsch sprechen, die kleinen Mädchen gehen seit dieser Woche in den Kindergarten und alle freuen sich auf das neue Geschwisterchen. YEAH!

Xhuana und ihre Familie ( sehr traurig aber wir machen was draus )

Unsere gute Freundin Xhuana wurde, nachdem sie sich mit ihren drei Kindern bestens in Deutschland eingelebt hatte ( Schule, Kindergarten, Freunde) Vorgestern wieder zurück nach Albanien geschickt, nach über einem Jahr.

Niemand macht so guten Burek wie Xhuana. Hier in ihrer Wohnung bei Dresden

Niemand macht so guten Burek wie Xhuana. Hier in ihrer Wohnung bei Dresden

Ihr Mann Miri wurde, nachdem er für 7 Monate in Deutschland war, vor vier Monaten wieder nach Albanien abgeschoben. Die Kindern vermissten ihren Papa schrecklich, selbst in Deutschland, weil sie in getrennten Städten untergebracht waren. Die ersten Monate sahen sie sich nur selten, später durfte Miri zu Besuch kommen. Die Behörden schafften es, trotz vieler Versuche nicht, die Familie in einer gemeinsamen Wohnung unterzubringen. Xhuana wohnte sechs Monate alleine mit ihren Kindern in einer Wohnung, in der genügend Platz für alle gewesen wäre, während Miri sich in einem Heim in Jüteborg mit drei Männern ein kleines Zimmer teilen musste, indem wir ihn auch besuchten. Es war eine Tragödie als er nach vielem hin-und her schliesslich ganz abgeschoben wurde.

Xhuana, Kleo (9), Marina (7) und Meli (2) lebten in ständiger Zerissenheit zwischen Sehnsucht und Angst. Sehnsucht nach Papa Miri, Angst vor der Abschiebung- zurück in die Armut und Ablehnung, weil sie Roma sind. Trotzdem öffneten sie ihr Herz, lernten Deutsch, besuchten die Schule, halfen wo sie konnten, schlossen Freundschaften und sind die fröhlichsten Menschen, die man sich denken kann. Roma werden ausgegrenzt, haben oft keine Möglichkeit auf Arbeit, Schule und Bildung.

kleo

Kleo sagt: Wenn ich auf meiner Mundharmonika spiele, dann hörst Du mich, auch wenn ich wieder in Albanien bin.

Für Xhuana und ihre Familie gibt es  keine Wohnung in Shkodra, keine Arbeit, keine warme Dusche, kein fliessend Wasser, keinen Strom, nur eine alte, feuchte Baracke.

Stevi sagt:“ Sarah, das ist eine Sache fürs Refugeeum ! “

Kleo+ Meli vor ihrer Baracke in Shkodre

Kleo+ Meli zurück in Shkodre

Der Gedanke, dass unsere Freunde zurück in der alten, auswegslosen Situation stecken, hält uns wach! Wohnungsmieten in Albanien sind gar nicht so teuer, Sarahs Schwester hilft vielen Roma Familien in Rumänien, sie kann mit Rat zur Seite stehen, jemand erzählte uns von einer deutschen Schule mitten in Shkodra, die sich um Romakinder kümmert. Wir suchen nach einem guten Kontakt in Shkodra, Albanien, der uns bei der Suche nach Wohnung, Schule und Job für Xhuanas Familie helfen kann, denn wir haben viele Freunde und wenn wir uns zusammentun und jeder regelmässig im Monat eine kleine Summe Geld gibt, könnten wir eine Wohnung, oder ein kleines Haus für Xhuana`s Familie finanzieren, vielleicht mit einem kleinen Garten für Hühner und Gemüse…Diesen Gedanken gehen wir nach und sind froh über Impulse!

Bis bald, Sarah+Stevi

Ein zweites Haus

Frühling im grossen Garten

Heute haben wir einen Grund zu feiern, denn das zweite Haus für eine weitere Flüchtlingsfamilie ist zum Einzug bereit!

Die letzten Monate haben wir viel Zeit damit verbracht das alte, verwohnte Haus wieder richtig schön zu machen.
Wir haben Böden verlegt, Wände gestrichen, Berge voller Bettbezüge und Decken sortiert, gewaschen, Zimmer eingerichtet, geputzt, verputzt und Wert darauf gelegt, dass es ein Haus wird, in das wir am Liebsten selbst einziehen würden.
Uns war auch wichtig Sachen wie Möbel, Haushaltgeräte, Vorhänge, Decken u.v.m wiederzuverwenden, statt wegzuwerfen und neu zu kaufen.
Danke an alle, die unsere Refugeeum Projekte mit Geschirr, Spielsachen, Kinderkleidung, Teppichen, Möbeln, Lampen, etc. bereichern.
Ihr seid dabei Menschen wieder ein Zuhause zu geben.
Vielen Dank auch an unsere Freunde, die uns bei den Maler-und Putzarbeiten immer wieder unter die Arme gegriffen haben.
Wir freuen uns- hoffentlich schon nächste Woche- eine weitere Familie willkommen zu heissen!
Danke an alle, die den Mut aufbringen für Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit einzustehen und sich nicht von Mauern der Ablehnung und Kälte abhalten lassen Gutes zu tun!
Frühlingsgrüsse, Stevi & Sarah
welcome2

Hereinkommen

rotes zimmer

Lieblingszimmer

blumen

Willkommen!

 

 

Aktuelles

Jetzt lebt unsere Afganische Familie seit 5 Monaten bei uns:)
Gestern rief uns eine Lehrerin an, in deren Schule einige unserer Kindern sind, die wir begleiten, auch die Kinder unserer Freundin aus Albanien. Sie sagte uns, wie dankbar sie dort seien, dass wir uns um die Kindern kümmern (indem wir mit ihnen lernen, sie zu Schulterminen begleiten und Ansprechpartner für die Schule sind),
keine der anderen Flüchtlingsfamilien hätten solche Unterstützung, was keine leichte Sache für die Schule und die Familien wäre und dass sie oft ganz schön schwimmen würden.
Vielleicht ist es uns in naher Zunkunft möglich auch hier andere Familien zu begleiten. Das wäre ein Anliegen! Sobald sich unser Team wieder vergrössert, haben wir neue Kapazität.
Jeder von uns investiert viel Kraft, Zeit und Herz, um unseren Freunden, die ihre Heimat verlassen mussten neue, gute Persektiven zu geben und einen Ort zu ermöglichen, der sich wieder ein bisschen nach Zuhause anfühlt. Nicht alle Menschen verstehen das.

Letzte Woche bekamen wir per Post einen ersten Drohbrief (an Sarah Brendel adressiert, Absender anonym), der als Überschrift die Zeilen, Lösung: „Kehlkopf-Krebs“ trägt, und dass man Leute wie uns (die sich für Flüchtlinge einsetzen) aus den Parlamenten, Gerichten, Kirchen und Pressehäusern prügeln müsste. Der Brief enthält zudem einige kopierte Zeitungsartikel, die gezielt flüchtlingsfeindliche Inhalte zeigen, teilweise mit gelbem Neonstift unterstrichen.

„Lieber Absender“, ich kenne Sie nicht und Sie kennen mich nicht, deshalb hat mich ihr Brief sehr überrascht. Vielleicht können wir uns treffen, denn ich wäre daran interessiert die Hintergründe ihrer Wut und ihres Frustes zu begreifen. Es ist leicht Menschen zu verurteilen, die man nicht kennt, deshalb würde ich mich gerne mit ihnen unterhalten. Grüsse! Sarah Brendel

Es gibt ab und zu Menschen, die unsere ausländischen Freunde nicht grüssen, sich ihnen gegenüber abweisend verhalten und einige, die mit Worten verletzen.
Die meisten jedoch sind freundlich und äusserst hilfsbereit!

Schreibt uns, wenn Ihr in irgendeiner Weise mithelfen wollt!
Aktuell können wir praktische Hilfe beim Streichen und Saubermachen gebrauchen.

meli

Syrisch-Albanische Freundschaft

Auf gehts! Sarah, Stevi und das Refugeeum Team

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken.
Dietrich Bonhoeffer